Quartier Latin Berlin [Buch]

Quartier Latin. Berlins legendärer Musikladen 1970-1989

———————– UPDATE [Oktober 2018] ———————–

Das Buch ist im HandelBestellinfos hier – und findet breite Resonanz in den Medien und im Buchhandel, es verkauft sich richtig gut. Das erfreut natürlich in höchstem Maße! 

Alles Weitere zum Buch unter www.quartier-latin.berlin. Und auch via Facebook. Und Twitter: @QL_Berlin

———————– UPDATE [Ende September 2018] ———————–

Das Buch ist nun fertig und wurde am 24.9.2018 offiziell mit einer großen Buchpremiere im Wintergarten vorgestellt. 

Und das war ein ganz wunderbarer Abend: vier musikgetränkte, beseelende, unterhaltsame und im Wortsinn stimmungsvolle Stunden. Es war total super!

Noch mehr zu diesem Abend sowie Fotos hier.

———————– UPDATE [Mai 2018] ———————–

Das Buch ist seit geraumer Zeit in Arbeit, ein wahres Langzeitprojekt. Wir haben viel Herzblut, Arbeit und Mühen in dieses Werk gesteckt. 2017 fanden wir einen hervorragenden Partner, den Berliner L+H-Verlag. Mit ihm zusammen wollen wir das Buch im September 2018 veröffentlichen und dies am 24.9.2018 mit einem Buchpremieren-Event im Wintergarten (im Ort des damaligen Geschehens) auch angemessen feiern. Damit das Buch ein richtig gutes Ding wird, benötigen wir Unterstützung, um die wir mit einer Crowdfunding-Kampagne werben, die im Mai gestartet ist und noch bis Ende Juni 2018 läuft: http://www.visionbakery.com/quartierlatin-berlin

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Das Quartier Latin in der Potsdamer Strasse war in den 70er und 80er Jahren einer der bekanntesten, beliebtesten und bedeutendsten Musikläden im Westberlin der 70er und 80er Jahre. Es war Bühne, Kneipe und Knotenpunkt. Unser Buch bebildert, illustriert und erzählt seine Geschichte. Es zeigt Bühnenperformances und Veranstaltungsort-Alltag in hervorragenden Fotos, es dokumentiert Konzert-Kultur in faksimilierten Original-Postern, -Plakaten und -Eintrittskarten. Es lässt Programmmacher, Beteiligte, Künstler und Besucher zu Wort kommen, die sich anekdotisch und vielfältig an diesen in vielerlei Hinsicht einmaligen Ort der Westberliner (Musik-)Geschichte erinnern.

Bekannter Musikladen

1970 gegründet von einem Studentenkollektiv als alternative Kneipe mit Bühne, machte sich das Quartier Latin ab den frühen 70ern einen Namen als vielseitiger Spielort. Erst für Folk & Jazz, Blues & Politrock, Sub- & Gegenkulturen, später für alle Varianten jenseits der E-Musik – und noch einiges mehr. Bis Ende 1989 gab es fast täglich Konzerte von lokalen, regionalen und internationalen Acts. Weit über die Grenzen Westberlins hinaus bekannt, ragte es aus der vielfältigen und berühmten Kulturlandschaft der Mauerstadt als offener, sympathischer, kulturell attraktiver , doch wirtschaftlich stets auf dem schmalen Grad des Überlebens balancierender  Szene-Treffpunkt heraus.

Beliebter Kulturknotenpunkt

Der ehemalige Kinosaal in der oberen Potsdamer Strasse, unweit der Nationalgalerie, erfreute sich mit seiner Zwischengröße für rund 800 Leute und rauhem Charme konstanter Zuneigung, quer durch alle Szenen und Schichten. Saal und Bühne waren groß genug für Shows von internationalem Format und klein genug für die Nähe eines Clubs. Immer hart am Verfall und inmitten eines verrufenen Kiezes lebte die Atmosphäre des „Quartier“ vom „Potse-Flair“, damals rot- wie zwielichtig, doch nie abgeschrieben. Das „Quartier“, Kiezkneipe und Kulturknotenpunkt, war eine feste Größe, ein (H)Ort der Westberliner Identität.

Bedeutende Bühne

Spätestens ab den 80er Jahren galt das Quartier Latin als eine der bedeutendsten Berliner Bühnen für Jazz, Rock und Artverwandtes. Ein Schmelztiegel der Sub-Szenen, ein Prüfstein für’s Können: Wer hier bestand, durfte auch größer denken. Nina Hagen, Die Ärzte, Interzone, Morgenrot, und, und, und  – im Quartier starteten (Welt-)Karrieren; Kraan, Grobschnitt, Guru Guru – das Quartier Latin erlebte legendäre Aufnahmen und Shows; Chet Baker, Alvin Lee, The Eurythmics – sie alle spielten im Quartier.

Fotos, Faksimiles, Erzählungen, Erinnerungen: Das Buch lässt die zwei Jahrzehnte währende Geschichte des Quartier Latin wieder aufleben

Anspruchsvoller Fotoband

Das Buch hält die wichtigsten Gigs und bedeutendsten Künstler in klassischer, schwarz-weisser Konzertfotografie fest: Von Nena bis Wolfgang Niedecken, von Champion Jack Dupree bis zu Sun Ra. Die Fotos lassen die besondere Nähe spüren, aus der sie entstanden: Der Fotograf, Marco Saß, war als Sohn des Pächter-Ehepaars Saß im Quartier Latin „zu Hause“ – und fand so für seine Liebe zur Musik und sein fotografisches Können ein ideales Terrain. Es wurden Bilder von hoher Intensität und mit Motiven abseits der Shows, die kein anderer so festhalten konnte: mal vor dem Konzert, mal hinter der Bühne, mal neben dem Tresen – aber immer aus dem wahren Leben.

Illustrierte Dokumentation

Faksimilierte Plakate, Eintrittskarten, Autogramme, Programmhefte und andere „Originalien“ veranschaulichen nicht nur das Wachsen und Werden des Quartier Latin von der urigen Studentenkneipe zum renommierten Musikladen. Sie zeugen auf ihre Weise von 20 Jahren Kulturgeschichte, in der sich das Veranstalten livehaftiger Jazz- und Rock-Konzerte stark veränderte: aus leidenschaftlich-autodidaktisch unternommenen Versuchen, Kunst und Kommerz zu versöhnen, erwuchs nach und nach ein professionell-betriebswirtschaftlich organisiertes Geschäft. In der akribisch recherchierten Konzertografie schließlich bietet das Buch einen Überblick zu 20 Jahren Bühnengeschehen im Quartier Latin – und zugleich eine Chronik der Rock- und Jazzgeschichte.

Unterhaltsame Erzählung

Zahlreiche Beteiligte kommen zu Wort, und spiegeln das Quartier Latin als Ort „ihrer“ Geschichte wider. Musiker, Künstler, Programmmacher, Veranstalter, Mitarbeiter und ständige Besucher.  Wie unter vielen anderen Arnulf Rating, Herbert Grönemeyer, Manfred Maurenbrecher oder Norbert Hähnel (Der wahre Heino), HP Daniels (Escalatorz), Heiner Pudelko (Interzone; †), und viele, viele andere. Geschichten von vermeintlichen Bombendrohungen und improvisierten Rock-Spektakeln, von Weltstar-Geburten und Streikversammlungen, von Politrock-Happenings und Klassik-Rock-Begegnungen. Auch sie setzen das Bild des Quartier Latin zusammen: Das Bild eines Familienbetriebes, dauerhaft in Existenznöten, aber mit dem Herzen auf Seiten der Künstler und der Menschen; eines Musikladens, der wie kaum ein zweiter zu seiner Zeit passte – und den genau diese Zeit schließlich überholte. Erzählerisch zusammen hält dies Henry Steinhau. Tätig als Musikjournalist und Kulturredakteur, zählte das Quartier Latin in den 80er Jahren und im Laufe von wohl über 100 dort erlebten Konzerten zu seiner häufigsten Wirkungsstätte. Mit unverkrampftem, augenzwinkerndem Stil führt er durch Geschichten und Geschichte, Erzählungen und Stories, verbindet Erlebnisse und Erkenntnisse.

Das Buch ist ein vereinnahmendes Werk mit Sympathie für seinen Gegenstand. Fotografien, Dokumentation und Texte leisten die Annäherung an eine Legende und den Einblick in ein Zeitgefühl.

4 Kommentare

  • Guten Tag,
    durch den Tagesspiegel bin ich auf das kommende Buch aufmerksam geworden. Ich: Walter Holzbaur, Manager und Verleger von KRAAN, Initiator des legendären KRAAN Live Mitschnitts aus dem Quartier, ausgeheckt mit Manfred Sass an der Theke, meinem damaligen zweiten Wohnzimmer. Manfred hatte ich über eine guten Kumpel, Wolfgang Koschate aus Ellwangen/Baden-Württemberg, einen Verwandten (Neffe?, verstorben 2007) kennengelernt. Eine Info über das kommende Buch kann ich gerne in unserem nächsten Medien-Newsletter reinnehmen, wenn das gewünscht ist. Aktuelle Info hier http://www.wintrup.de.
    Schöne Gruß
    Walter Holzbaur

  • J. U. Martin Martineck

    Hallo!
    Wenn mich nicht gerade mein inzwischen 75 Jahre altes Gedächtnis täuscht, war ich 1969 mit meiner damaligen Ehefrau, die
    schwanger im 9. Monat war , bei einem Konzert mit „ART BLAKEY“ (damals mein Lieblingsdrummer!) im damaligen „Quartier Latin.“
    Dem ehemals sicher mit 3 Beinen ausgestatteten „Flügel“ fehlte schon ein Bein. Dem wurde Abhilfe geschaffen, indem man einfach Mauersteine darunter stapelte…
    Art Blakey hatte das wohl weniger gestört und er drummte derart laut auf sein Schalgzeug ein, daß ich Angst hatte, meine zukünftige Tochter würde einen frühkindlichen Gehörschaden davon tragen… (kam zum Glück nicht dazu!)
    Das Konzert war super und ich kaufte mir tags darauf gleich noch eine weitere LP (Schallplatte!) von Art Blakey.

    • Hallo J. U. Martin Martineck,
      Danke für diese schöne Erinnerung. Wenn das Konzert von Art Blakey 1969 war, wäre die Frage, ob es wirklich im Quartier Latin stattfand – denn unter diesem Namen firmierte das ehemalige Kino in der Potsdamer Straße 96 erst ab Ende 1970. Vorher war es kurzzeitig das „Ballhaus Veilchen am Potsdamer Platz – und womöglich spielte Blakey ja dort 1969 live (?)
      Unseren Recherchen nach – die im Buch in Form eines Konzertregisters enthalten sind – gastierte Art Blakey tatsächlich im Quartier Latin: das erste mal 1976, und danach jährlich jeweils einmal, und das bis 1981, also insgesamt sechs mal! (So akribisch wir für das Register auch zu Werke gingen, es ist nicht auszuschließen, dass wir zu einzelnen Konzerten und Veranstaltungen keine Nachweise fanden und wir sie daher nicht auflisten).
      So oder so, Danke für den Beitrag.

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