Schriftgestaltung satt beim dreitägigen „Berlin Letters Festival“

Beim neuen Berlin Letters Festival dreht sich vom 16. bis 18. Mai alles um Schriftgestaltung. Eine Säule des Festivals bilden zahlreiche Workshops zu kalligrafischem, handgemachtem Schreiben und Beschriften, eine zweite besteht aus Vorträgen. Gesprächsrunden gibt es nicht (gut so!), dafür Extras, wie den Besuch des Buchstabenmuseums (in Berlin-Tiergarten) und einen Schriftspaziergang durch Berlin-Mitte. Zudem bietet der erste Tag ab 19:45 Uhr ein Special mit insgesamt sieben jeweils siebenminütigen Vorträgen.

Für so einen Siebenminüter habe ich mich beworben – und bin guter Hoffnung, etwas aus dem Schnittbereich von Typografie, Design und Popmusik präsentieren zu können. Dieses Thema beschäftigt mich seit Anfang der 90er Jahre (als ich seit 1991 bei „PAGE“ als Redakteur arbeitete und ab 1993 Chefredakteur des PAGE-Spinoffs „Screen Multimedia“ war).

Und es lässt mich spätestens seit meinem Vortrag über „Symbole in der Popmusik“ nicht mehr los. Diesen Vortrag über markante und markenbildende, narrative und plakative Logos und Signets von Pop-Bands und -Künstler*innen, die zu berühmten und identitätsstiftenden Brands oder eben Icons werden – von der Stones-Zunge über das Prince-Symbol und die Neubauten-Figur bis zum H.I.M.-Heartagram – hielt ich erstmals auf der TYPO Berlin 2007, um danach regelrecht auf Tournee damit zu gehen, was sehr klasse war. (Derzeit arbeite ich an einem Update, da in den vergangenen Jahren viele tolle Pop-Symbole – und Geschichten darüber – hinzukamen. Das wird groß!) Typografische Pop-Logos spielen hier ebenso eine Rolle, mitunter entstehen eigenständige Pop-Signets und -Initialen mit großer Kraft.

Besagte TYPO Berlin – die seit 1996 jährlich veranstaltete, internationale und renommierte Designkonferenz, die zu den weltweit besten ihrer Art gehört – fand 2018 zum vorerst letzten mal statt. Das womöglich nur vorläufige Aus kam, weil „der ­TYPO-Veranstalter Monotype Mitte Juni im Rahmen seines Efficiency-Programms beschlossen hat, sich von unrentablen Produkten, Marken und Abteilun­gen zu trennen“, wie PAGE-online berichtete.

Das Berlin Letters Festival tritt in gewisser Weise in die großen Fußstapfen der TYPO Berlin, allerdings bewusst in kleinerem Rahmen und Räumen (Veranstaltungsort ist das Colonia Nova in Berlin-Neukölln) und auch inhaltlich fokussierter. Mit bekannten Designer*innen, wie Ivan Castro und Martina Flor, sowie erfahrenen Praktiker*innen, wie Stefanie Weigele und (mehrfach TYPO-erprobt) Andreas Frohloff – um nur ganz, ganz wenige zu nennen –  versprechen es drei spannende, begegnungsreiche und händische Tage zu werden. Angesprochen sind alle, die Typodesign und handgemachte Schriften feiern, erörtern und praktizieren wollen. Tickets für das Festval, die Workshops und die Extras kann man online erwerben.

Ich werde neugierig und aktiv dabei sein und freue mich schon sehr darauf .

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