Foto: Magdaléna Tschmuck

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Welche Rolle spielen soziale Medien, Streamingdienste und die wachsende Macht der Verbraucher im heutigen Musikmarkt? Der Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck erläutert mir im Interview für iRights.info, wie sich das Geschäft mit der Musik verändert. 

iRights.info: Verlieren die bisherigen Musikmittler ihre Funktion?

Peter Tschmuck: Ich würde sagen, sie haben sich neu erfunden. Die tradierten Plattenlabel haben viele neue und zusätzliche Funktionen übernommen: Sie bieten mittlerweile Künstlermanagement an und versuchen mit 360-Grad-Verträgen an den verschiedenen Einnahmequellen der Künstlerinnen und Künstler zu partizipieren. Zudem findet bei diesen Firmen derzeit ein Umbruch der Geschäftsmodelle statt in Richtung Rechteverwertung und Lizenzgeschäft, um ganze Kataloge auf einmal zu verkaufen, etwa an die Musikstreamingdienste.

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zimprich-150x150Verwertungsgesellschaften wie GEMA, VG Wort und andere sollen mehr Mitsprache erlauben und transparenter werden, Lizenzen für neue Musikdienste leichter vergeben werden. Das soll ein Entwurf für ein „Verwertungsgesellschaften­gesetz“ erreichen. Der Medienrechtsanwalt Stephan Zimprich erläutert mir im iRights.info-Interview, was das Gesetz ändern soll. 

iRights.info: Für Verwertungsgesellschaften sollen nicht nur die bestehenden Regelungen angepasst werden, sondern ein ganz neues Gesetz geschaffen werden. Ist das nötig?

Stephan Zimprich: Der Gesetzgeber verfolgte bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zwei wesentliche Ziele: Zum einen entscheidende Änderungen für die grenzüberschreitende Online-Lizenzierung von Musikrechten, insbesondere für neuartige Dienste, etwa Streamingdienste wie Youtube, Spotify und viele weitere, die durch europäische Vorgaben erforderlich wurden. Zum anderen will das Gesetz deutliche Verbesserungen bei der Festlegung der Geräte- und Speichermedienabgabe erreichen, die man in der bisherigen Praxis als kompliziert und schwer zu handhaben betrachtet.

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Porträt-Wolfgang-Ullrich-150x150Internet-Meme wie den „Technoviking“ betrachtet der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich als „Pathosformeln“ der Gegenwart, die im Zeitalter von Social Media als Medium des Gefühlsausdrucks dienen – und je nach Kontext auch zur Kunst werden können. Die Rechtsprechung hänge diesen Entwicklungen um Jahrzehnte hinterher, so erläuterte mir Ullrich im Interview für iRights.info.

iRights.info: Wie gut ist Ihnen der Fall des „Technovikings“ vertraut?

Wolfgang Ullrich: Matthias Fritsch war Student an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, an der ich damals lehrte. So habe ich seinerzeit die Auseinandersetzung mit dem von ihm generierten Internet-Mem des Technovikings mitbekommen. Das war 2008 oder 2009. Es war die Phase, als es schon ein großer Hit auf Youtube war, aber noch nicht all die Adaptionen und Variationen existierten, die später von ihm gesammelt und dokumentiert wurden.

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peukert-200px-150x150Dem Zugang zu Filmen oder Musik stehen oft Sperren entgegen, Dienste funktionieren durch sogenanntes Geoblocking nicht im Ausland. In der EU werden Reformen diskutiert, Kommission und Parlament arbeiten an Positionen. Urheberrechtler Alexander Peukert im iRights.info-Interview darüber, welche Regelungen dahinter stehen, wo Änderungen ansetzen könnten und über die Aussichten für ein europäisches Urheberrecht.

iRights.info: Im Berichtsentwurf zum Urheberrecht von Julia Reda für das EU-Parlament ist die Abschaffung des Geoblockings ein zentraler Punkt. Was sagt eigentlich das geltende Recht hierzu?

Alexander Peukert: Hier stellt sich mir als erste Frage, ob der Einsatz von Geoblocking-Technologien gegen die Grundfreiheiten im europäischen Binnenmarkt verstößt. Immerhin gewährleisten die europäischen Verträge zum einen den europäischen Marktteilnehmern, dass sie die Märkte grenzüberschreitend betreten können – und zum anderen den Konsumenten, dass sie ohne nationale Grenzen konsumieren können.

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Website-Rezension, erschienen in PUBLIK 01 | 2015, SPEZIAL > KULTURBEUTEL/MULTIMEDIA, Seite 22:
http://publik.verdi.de/2015/ausgabe-01/spezial/kulturbeutel/seiten-22-23/A4

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www.scolibri.com – Scolibri hebt sich als Lernplattform im Internet von der Masse ähnlicher Websites ab. Erstens, weil sie vorhandene Lernplattformen filtert, ordnet und zugänglich macht: Wer sich kostenlos und unverbindlich anmeldet – Name und E-Mail-Adresse genügen – bekommt in neun Kategorien begründete Auswahlen an nützlichen Webseiten und Quellen, etwa für „Unterrichtsmaterial“, „lizenzfreie Bilder“, „Eltern-Portale“ oder „Nachhilfeportale“. Was man auf den geprüften, empfohlenen Websites dann an Material findet, lässt sich online sammeln und aufbereiten. Zweitens Weiterlesen