Porträt-Andreas-Treske-Foto-Mehmet-Çeliksan-100x100Video bedeutet nicht nur Unterhaltung oder Medienkunst, sondern ist heute überall. Mit bewegten Bildern können wir steuern und kontrollieren, sie umgeben uns und wir liefern uns ihnen aus, sagt der Filmemacher und Medienkünstler Andreas Treske. 

Treske lehrt Medienkunst in Ankara und ist Autor des neuen Buches „Video Theory“, über das ich mit ihm für iRights.info sprach.

iRights.info: In Ihrem Buch schreiben Sie, Videos würden immer mehr in den Alltag eindringen. Können Sie dafür Beispiele nennen?

Andreas Treske: In viele moderne Autos lässt sich eine nach hinten gerichtete Kamera einbauen. Das hat offensichtlich Vorteile, das Parken wird einfacher. Doch wenn man die Kamera mit weiteren Sensoren kombiniert, wird das Einparken nicht nur vereinfacht, sondern auch automatisiert. Ist das Auto zudem vernetzt, lassen sich ebenso einfach die Bilder und Daten der Sensoren übertragen.

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Wer seine E-Mail-Adresse bei Posteo registriert, bekommt ein anonymes Postfach, verschlüsselte E-Mail-Kommunikation – und keine Werbung. Im Interview spricht Posteo-Chef Patrik Löhr über Nachhaltigkeit, Verschlüsselung, Datensparsamkeit und die Transparenzberichte von Posteo.

Herr Löhr, Ihr Unternehmen Posteo bietet seit über fünf Jahren E-Mail-Dienste, für die man weder Namen noch Adresse angeben muss, zudem verschlüsseln Sie bei Bedarf die Mails in den Postfächern. Wieso halten Sie Anonymisierung und Verschlüsselung der E-Mail-Kommunikation für notwendig?

Patrik Löhr: Unsere Services sind ein Angebot für diejenigen, die mehr wollen: mehr Anonymität, mehr Sicherheit, mehr Nachhaltigkeit. Ganz wichtig zu wissen ist dabei aber, dass das Anlegen eines anonymen E-Mail-Postfachs im Telekommunikationsgesetz fest verankert ist. Dort gilt für E-Mail-Anbieter: wer bestimmte Daten nicht benötigt, wie Name, Geburtsdatum, Adresse, muss diese auch nicht erheben. Außerdem gibt es noch das Bundesdatenschutzgesetz, das besagt: Wer Dienste anbietet, sollte Benutzerdaten so sparsam wie möglich erheben. Unter anderem auf Grundlage dieser beiden Gesetze entwickeln wir unsere Angebote. Nicht zuletzt stellen wir ein mittlerweile recht großes Interesse vieler Verbraucher an Datenschutz fest, spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden. Die meisten E-Mail-Dienste sind das Gegenteil von anonym, da wollen die Anbieter so viel wie möglich über die Nutzer wissen. Denn für viele Firmen ist der E-Mail-Postfach-Benutzer nicht der eigentliche Kunde, sondern vielmehr sind es die werbetreibenden Unternehmen, die ihre Werbung platzieren und dafür sehr viel über die Nutzer wissen wollen.

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Foto: Magdaléna Tschmuck

Foto: Magdaléna Tschmuck

Welche Rolle spielen soziale Medien, Streamingdienste und die wachsende Macht der Verbraucher im heutigen Musikmarkt? Der Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck erläutert mir im Interview für iRights.info, wie sich das Geschäft mit der Musik verändert. 

iRights.info: Verlieren die bisherigen Musikmittler ihre Funktion?

Peter Tschmuck: Ich würde sagen, sie haben sich neu erfunden. Die tradierten Plattenlabel haben viele neue und zusätzliche Funktionen übernommen: Sie bieten mittlerweile Künstlermanagement an und versuchen mit 360-Grad-Verträgen an den verschiedenen Einnahmequellen der Künstlerinnen und Künstler zu partizipieren. Zudem findet bei diesen Firmen derzeit ein Umbruch der Geschäftsmodelle statt in Richtung Rechteverwertung und Lizenzgeschäft, um ganze Kataloge auf einmal zu verkaufen, etwa an die Musikstreamingdienste.

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zimprich-150x150Verwertungsgesellschaften wie GEMA, VG Wort und andere sollen mehr Mitsprache erlauben und transparenter werden, Lizenzen für neue Musikdienste leichter vergeben werden. Das soll ein Entwurf für ein „Verwertungsgesellschaften­gesetz“ erreichen. Der Medienrechtsanwalt Stephan Zimprich erläutert mir im iRights.info-Interview, was das Gesetz ändern soll. 

iRights.info: Für Verwertungsgesellschaften sollen nicht nur die bestehenden Regelungen angepasst werden, sondern ein ganz neues Gesetz geschaffen werden. Ist das nötig?

Stephan Zimprich: Der Gesetzgeber verfolgte bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zwei wesentliche Ziele: Zum einen entscheidende Änderungen für die grenzüberschreitende Online-Lizenzierung von Musikrechten, insbesondere für neuartige Dienste, etwa Streamingdienste wie Youtube, Spotify und viele weitere, die durch europäische Vorgaben erforderlich wurden. Zum anderen will das Gesetz deutliche Verbesserungen bei der Festlegung der Geräte- und Speichermedienabgabe erreichen, die man in der bisherigen Praxis als kompliziert und schwer zu handhaben betrachtet.

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Porträt-Wolfgang-Ullrich-150x150Internet-Meme wie den „Technoviking“ betrachtet der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich als „Pathosformeln“ der Gegenwart, die im Zeitalter von Social Media als Medium des Gefühlsausdrucks dienen – und je nach Kontext auch zur Kunst werden können. Die Rechtsprechung hänge diesen Entwicklungen um Jahrzehnte hinterher, so erläuterte mir Ullrich im Interview für iRights.info.

iRights.info: Wie gut ist Ihnen der Fall des „Technovikings“ vertraut?

Wolfgang Ullrich: Matthias Fritsch war Student an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, an der ich damals lehrte. So habe ich seinerzeit die Auseinandersetzung mit dem von ihm generierten Internet-Mem des Technovikings mitbekommen. Das war 2008 oder 2009. Es war die Phase, als es schon ein großer Hit auf Youtube war, aber noch nicht all die Adaptionen und Variationen existierten, die später von ihm gesammelt und dokumentiert wurden.

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